Unser Wald – Grundlage für klimafreundliches Heizen

Im Holz steckt gespeicherte Sonnenenergie. Es ist der älteste, natürliche Brennstoff mit großer Zukunft. Wer mit Holz heizt, heizt klimaneutral und verantwortungsvoll. Denn Holz macht keine Schulden bei der Natur.

Die Öl- und Gasvorräte werden in einigen Jahrzehnten erschöpft sein. Demgegenüber steht Holz als natürlich nachwachsender Rohstoff nahezu unbegrenzt zur Verfügung, denn er wird nachhaltig angebaut: Der Zuwachs in den europäischen Wäldern wird heute nur noch zu 60 bis 70 Prozent genutzt. Es wächst also jährlich 30 bis 40 Prozent mehr Holz heran, als geerntet wird. Das ist nachhaltig und schont die Umwelt.

Energieträger Holz

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CO2-neutral heizen mit Holz

Wachsende Bäume speichern nicht nur Kohlendioxid in ihren Zellen, sie spenden auch lebenswichtigen Sauerstoff. Holz ist der einzige Energieträger, der das Kohlendioxid, das bei seiner Verbrennung entsteht, wieder „neutralisiert“ und somit dem Treibhauseffekt entgegenwirkt.

Der Einsatz von Holz bei der Umsetzung der Energiewende ist unerlässlich.

Mit moderner Feuerungstechnik lässt sich der Energieträger Holz hocheffizient und sparsam nutzen. Jeder kann also aktiv zum Klimaschutz beitragen – mit einer modernen Holzheizung, einem Kamin, Kachelofen oder Kaminofen. Denn die modernen Öfen erfüllen alle gesetzlichen Umweltvorschriften.

Der Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Wärmeverbrauch beträgt rund 14 Prozent. Davon ist der Energieträger Holz mit etwas mehr als zwei Dritteln (67,2 Prozent) klar die Nummer eins. Damit liegt Holz weit vor Geothermie und Solarthermie.

Wieviel Wald haben wir in Deutschland? Wie stark wachsen die Bäume?

Sehr oft wird von der begrenzten Verfügbarkeit von Holz als Energieträger gesprochen. Dies muss man laut Bundeswaldinventur und Bundeslandwirt-schaftsministerium nicht so sehen. Im Gegenteil.

Wald und Holz nehmen in Deutschland zu

Die Bundeswaldinventur erfasst die großräumigen Waldverhältnisse und forstlichen Produktionsmöglichkeiten auf Stichprobenbasis nach einem einheitlichen Verfahren in ganz Deutschland. Sie ist alle zehn Jahr zu wiederholen.

Dank nachhaltiger Forstwirtschaft steht in Deutschland Holz aus heimischen Wäldern ausreichend zur Verfügung. Der regenerative, heimische Energieträger Holz ist zukunftssicher. Es wächst kontinuierlich mehr Wald nach, als „geerntet“ wird. In den letzten vier Jahrzehnten ist die Waldfläche in Deutschland um etwas 10% gewachsen. D.h. es wird mehr CO2 gebunden als durch die energetische Nutzung des Holzes freigesetzt wird.

Etwa ein Drittel unserer Landesfläche ist bewaldet. Das entspricht immerhin knapp 120.000 Quadratkilometern. Pro Hektar Wald können wir durchschnittlich einen Holzzuwachs von 11,2 Kubikmeter im Jahr verzeichnen. 13 Prozent von diesem Zuwachs werden nicht genutzt, d. h. der Wald wächst um diesen Anteil weiter. Zudem verfügt unser Wald zunehmend auch über einen hohen Laubholzanteil, weil seit gut 20 Jahren mehr Misch- und Laubwald aufgeforstet wird. Das Laubholz bedeutet eine große Energieholzreserve.

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Die beiden Hauptquellen für Energieholz sind Waldholz und die Nebenprodukte aus dem Holzgewerbe.

Bei der Waldbewirtschaftung werden vor allem die schlecht verkäuflichen Holzsortimente als Brennholz verwertet. Bei der Holzverarbeitung anfallende Nebenprodukte werden ebenfalls zu einem großen Teil der energetischen Nutzung zugeführt. Weitere Energieholzquellen sind Altholz, Flur- und Schwemmholz und Kurzumtriebskulturen auf landwirtschaftlichen Flächen. Holz wird vor seiner energetischen Verwendung meist noch aufbereitet für schnellere Trocknung und um die Lagerung und Verbrennung zu vereinfachen.

Übrigens: Pellets werden aus Sägeresthölzern hergestellt, die in Deutschland von Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammen.

 

Klimawandel – Ist der Wald Klimaopfer oder Klimaretter?

Unser Wald ist den voraussichtlichen Klimaveränderungen vielerorts noch nicht gewachsen. Die Lösung ist der Waldumbau. Reine Nadelwälder werden in stabilere Mischwälder überführt. Auch dort, wo Stürme große Kahlflächen verursacht haben, werden strukturreiche Laub-Nadel-Wälder entwickelt. Der klimaangepasste Waldumbau ist die gegenwärtig wichtigste Herausforderung für die Forstleute. Nur wenn der Waldumbau gelingt, kann der Wald sein Potential als Klimaretter voll ausspielen.

 

Sollte man nicht besser auf Holznutzung verzichten, damit die Bäume CO2 speichern können?

Nein! Dass Bäume und der Wald CO2 speichern, ist nur ein Teil des Beitrags, den unsere Wälder zur Klimarettung leisten. Das ist der so genannte Waldspeicher. Wenn der Baum abstirbt und verrottet, setzt er das gespeicherte CO2 wieder frei. Das kann man verhindern, indem man den Baum rechtzeitig fällt und das Holz als Baustoff oder Brennstoff nutzt. An der Stelle des gefällten Baumes wächst ein neuer Baum, der wiederum CO2 speichert. Wälder, die forstwirtschaftlich genutzt und gepflegt werden, senken also den CO2-Gehalt der Luft wesentlich mehr als Wälder, die nicht genutzt werden.

Keine Sorge! Klimabewusste Verbraucher können Holzprodukte weiter guten Gewissens nutzen. Der nachhaltige Umgang der Forstwirtschaft mit dem deutschen Wald bietet sogar die Grundlage für einen weiteren Ausbau von stofflicher und energetischer Holznutzung.


 

Quellenangaben:
www.kachelofenwelt.de
pelletmagazin 1/2019
www.bundeswaldinventur.de
Zentralverband Sanitär Heizung Klima
Hase Magazin
LWF (Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft